Das Bundeskleingartengesetz und der Bundeskleingarten

garden-gate-340626_640(2)Wer einen Schrebergarten gepachtet hat, kann sich glücklich schätzen. Die Anzahl der Gärten auf fremdem Grund ist in Deutschland höher als in anderen Ländern Europas. Die Möglichkeit, einen kleinen Garten von einem Eigentümer zu pachten und darauf eigenes Obst und Gemüse anzubauen, ermöglicht vielen Menschen in Deutschland überhaupt erst, sich in der Natur beim Gärtnern zu erholen.

 

Viele können und wollen sich kein eigenes Grundstück leisten. Ganz im Gegensatz etwa zu Frankreich oder Italien, wo die meisten Häuser Eigentum sind und keine vermieteten. Gerade in den Großstädten wohnen die Menschen gern in gemieteten Wohnungen und beackern einen Kleingarten in einer Kleingartenkolonie.

 

Das Bundeskleingartengesetz in seinen vielfachen Änderungen wurde 1990 auch für die neuen Bundesländer gültig. Die Intentionen des Bundeskleingartengesetzes besagen, dass mit wenig finanziellem Aufwand einfaches Gärtnern auf einem Pachtgrundstück ermöglicht wird.

 

Der Brennpunkt liegt auf dem Gärtnern

 

Ein Bundeskleingarten darf nur eine Laube in marginaler Größe besitzen. In der Laube dürfen weder Strom noch Wasser vorhanden sein. Denn diese Laube nach Bundeskleingartengesetz darf nicht zum Wohnen geeignet sein. An sich eine löbliche Bestimmung, denn die Menschen haben andere Wohnmöglichkeiten. Eigentlich ist diese Laube nur gedacht, um etwa Gartengeräte unterzustellen oder, wenn es regnet, im Trockenen zu sitzen. Mehr wirklich nicht.

 

Bereits das Kochen in der Kleingartenlaube soll nicht möglich sein. Denn da dort kein Strom ist, ginge es nur mit offenem Feuer, und das ist sowieso verboten. Außerdem muss der Kleingarten nach Bundeskleingartengesetz zumindest 1/3 mit einjährigen Früchten, Gemüse, Pflanzen bewirtschaftet sein. So jedenfalls der Wille der Verbände der Kleingärtner. Obwohl, genau dieses steht so nicht im Bundeskleingartengesetz.

 

Naja, Erholung geht auch

 

Immerhin gestatten die Kleingärtnerverbände, dass derjenige, der den Garten bewirtschaftet, auf 1/3 der Gartenfläche Erholungswirtschaft betreibt. Darunter zählen beispielsweise der Rasen, ein Buddelkasten für die Kinder, eine Terrasse. Vielleicht auch noch ein Grillplatz.

 

Aber die Erholung, so sagen jedenfalls die entsprechenden Vereinigungen der Kleingärtner, soll stets hintanstehen. Und das setzen die Verbände durch, mit Gartenbegehungen, Auflagen und gegebenenfalls Kündigung des Pachtvertrages. Dabei ist unübersehbar, dass der moderne Mensch sich sowohl im Garten erholen möchte durch nichts tun, als auch durch aktive Gartenarbeit.

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